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Dienstag, 20. Oktober 2015

Ecuadorianische Schule II - der Unterricht und Werte

In meinem ersten Post über die Schule habe ich euch darüber berichtet, wie der äußere Rahmen ist, jetzt möchte ich euch davon erzählen, wie der Unterricht abläuft und von den Dingen, die man nicht auf den ersten Blick sieht.
Die meiste Zeit verbringt man eigentlich wartend, weil der Lehrer gerade Hausaufgaben kontrolliert, früher Schluss gemacht hat oder einfach nicht gekommen ist. Meine Klassenkameraden unterhalten sich in der Zeit immer - oder besser schreien rum - und bei diesem Lärm habe ich leider keine Chance etwas zu verstehen - das wäre ja schon auf Deutsch nicht ganz leicht. Also verbringe ich viel Zeit damit, meine Fingernägel anzuschauen und mich über die Fehler in meinem (eigentlich verbotenen) Nagellack zu ärgern oder das Muster der Raufasertapete auswendig zu lernen. Oder ich hole ein bisschen Schlaf nach, denn ich bin eigentlich immer müde!
Wenn dann doch mal Unterricht ist, müssen die Schüler so gut wie immer (außer in Mathe und Bio), das, was sie lernen, selber erarbeiten, also meistens durch Zusammenfassungen (alles genau so wie es da steht aus dem Buch abzuschreiben und einfach ein paar Sätze weglassen). Das heißt, wenn man sich gut anstellt, kommt man da raus, ohne irgendwas gelernt zu haben. Wenn die Lehrer dann mal einen Vortrag halten, geht der meistens über die Schlechte Disziplin oder über etwas, wo man was fürs Leben lernen soll. Das klingt irgendwie komisch, aber ich vermisse den deutschen Frontalunterricht - der würde einiges leichter machen für mich.
Die Hausaufgaben sind super wichtig hier, oft muss man sie vor Schulbeginn präsentieren gehen und der Lehrer liest sie sich von allen durch (in der Theorie), hakt ab und unterschreibt, manchmal gibt es darauf eine Note. Dabei sind die Hausaufgaben meistens nicht besonders anspruchsvoll (wenn man die Sprache kann); es handelt sich eigentlich immer um im Internet recherchieren (wortwörtlich von Wikipedia abschreiben gildet) oder irgendwas aus dem Buch abzuschreiben/-malen und dabei ist es wichtig, die Überschriften in einer anderen Farbe wie den Rest zu schreiben, mit Buntstift völlig zusammenhangslos einen Rahmen um die Schrift zu ziehen und natürlich schön zu schreiben. Manchmal gilt es auch Ausmalbilder auszumalen...was auch benotet wird...
Wie ihr also seht gibt es in der Schule hier sehr unterschiedliche Werte als in Deutschland...was ich leider erst vor ein paar Tagen erkannt habe, denn zu wissen, dass es sich um andere Werte handelt,  erleichtert einiges. Hier ist es einfach nur wichtig, dass man Disziplin hat (oder heuchelt) und fleißig ist, aber man kommt eigentlich den ganzen Tag durch, ohne sein Gehirn anzuschalten. Ein bisschen wie Grundschule...und nächstes Schuljahr steht schon der Abschluss an! In Deutschland würden wir in der 11. Klasse wie fast Erwachsene behandelt...und hier behandeln sie uns, als wären wir kleine Kinder! Das geht mir ganz schön gegen den Strich! Es ist ja schön, keinen Schulstress zu haben, aber als deutscher Gymnasiast fühle ich mich da irgendwie fehl am Platz!
Die unterschiedlichen Werte und Ideale sieht man auch am Notensystem: 80% der Zeugnisnote sind Hausaufgaben, Referate und Projekte, und nur die restlichen 20% sind Tests! Abfragen oder Exen gibt es sowieso nicht, man muss also quasi gar nichts wissen. Es gibt am Ende jedes Trimesters eine Woche, in der nur Tests geschrieben werden und weil diese nur so weng zählen, lernen selbst die Streber nicht wirklich, und es ist eigentlich egal, wenn eine schlechte Note rauskommt. Während des Tests schreiben eh alle ab und man kann sich auch leise unterhalten ohne das das den Lehrer wirklich stört. Manche Lehrer lassen die Tests im Pausenhof schreiben, wo Schüler aus anderen Jahrgangsstufen kommen können und den am Rand sitzenden Schülern einfach alles aus dem Schulbuch diktieren oder ein unter der Jacke verstecktes Handy leistet auch gute Dienste. 

Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Lehrer oft auch nicht so gut ausgebildet sind, das merke ich vor allem in Englisch und Französisch (die einzigen Fächer neben Mathe in denen ich mitreden kann), denn ich mir fallen immer wieder kleine Fehler auf und ich habe schon in meinen ersten Tagen den Englischlehrer besser verstanden, wenn er auf Spanisch geredet hat, als auf Englisch. Was mir wahnsinnig leid tut, denn er ist unheimlich nett!
Dass das Schulsystem nicht ganz ideal ist, geben ein paar Lehrer auch selber zu, einer meinte zu mir, dass Ecuador da 100 Jahre im Rückstand ist; weil seine Entwicklung erst später angefangen hat und  die Regierung verkackt in dem Punkt offenbar auch einiges. Aber laut ihm befindet sich das Bildungssystem im Verbesserungsprozess.

Das musste ich in Mathe ausmalen! 



Kommentare:

  1. Bei Anna, ich habe eine neue Idee statt auswandern und ein Nutella-Geschäft zu eröffnen: Auswandern und eine deutsche Schule eröffnen!

    So wie sich das alles anhört würde das die volle Elite-Schule. Du unterrichtest Deutsch und Französisch. Ich Mathe und Physik und Informatik. Und für Englisch und Ethik findet sich bestimmt auch wer...

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    1. Deal! Da machte auch gar nichts, dass ich kein Französisch kann!

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  2. Was war denn die Aufgabenstellung bei dem Bild? Male 3 Bäume, 4 Blumen, 1 Mädchen und 2 Jungen aus? Antwort 7 Farben?!

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    1. Die Aufgabenstellung war male das Bild aus! Ich ha nur 8 Punkte drauf gekriegt - phh die wissen gar nicht, was Kunst ist!

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